Aber sonst… alles Lüge!

Nun kippt schon die große Lüge der Freiwilligkeit, das mundgerechte Mantra, daß Krieg nur die betrifft, die so richtig Bock drauf haben. Die ersten werden zur Musterung geladen, obwohl sie doch geantwortet hatten, dass sie kein Interesse an einer Karriere aus den nagelneuen Karriere-Centern der Bundeswehr haben.

Die Beantwortung der Fragebögen war für Männer von Anfang an nicht freiwillig. Nur aus der Presse ergab sich, dass die Musterungen erst ab 2027 beginnen sollen; sie laufen aber bereits an und das Recht der Kriegsdienstverweigerung oder Befreiung vom Kriegsdienst funktionieren überhaupt nur im militärischen System, deshalb war auch vom Gesetz die Musterung nie ausgeschlossen. Den Fragebogen als Mann nicht zurückzuschicken, war und ist der erste Akt der Totalverweigerung – aus der kommt man dann aber nicht zurück in die Systematik von Kriegsdienstverweigerungs- oder Befreiungsgründen. Wir wissen, daß es schwer ist, in Zeiten der Kriegshetze und Kriegsvorbereitung, zivilen Ungehorsam zu leisten aber je mehr wir sind, desto größer ist unsere gemeinsame Macht. Wir können uns die Naivität nicht leisten, dass die Versprechungen einer friedlichen freiheitlichen Grundordnung, die schon in fast guten Zeiten nicht viel wert ist, in Zeiten der Kriegsvorbereitung und des Krieges irgendwie helfen. Die Zerstörung der Zivilisation beginnt damit, dass der Staat für sich in Anspruch nimmt, junge Menschen an die Waffe zwingen zu können. Auch der Bau der Musterungscenter, die Aktivierung der ollen Militärflächen läuft völlig unabhängig von den eigentlich allgemein geltenden Umwelt- oder Baugesetzen. Wir müssen uns das klar machen; gleichzeitig kann man nicht die Augen davor verschließen, dass jederzeit ein Grund für den Notstands- und Verteidigungsfall vom Himmel fallen kann – dann sind auch die Rechte zu Kriegsdienstverweigerung außer Kraft. Es geht um die Herstellung von Gegenöffentlichkeit, um so den Durchmarsch des militärischen Komplexes ein ganz klein wenig sichtbar zu machen und zu stören. Wir können uns nur zeigen, damit die Interessierten uns sehen und uns dann vermutlich erst bei eigener Betroffenheit finden.

Also raus auf die Straße, gegen die Wehrpflicht und rein in die Initiativen, die sich gegen die rasanten Kriegsvorbereitungen in diesem Land stellen! Fordern wir die Milliarden für die Zivilgesellschaft zurück, der sie für das Töten und Brennen sinnlos und hoch gefährlich täglich spürbarer entzogen werden!

Kerstin Tottewitz, Friedensbüro Königs Wusterhausen e. V.

Gründet Streikkomitees an euren Schulen, plant gemeinsame Aktionen, mobilisiert eure Mitschülerin*innen und kommt gemeinsam zum nächsten Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 25. September! Gemeinsam gegen Wehrpflicht, gegen Zwangsdienste und gegen Krieg. Vernetzt euch und lasst euch inspirieren vom schulstreikgegenwehrpflicht.com und folgt uns auf Instagram!

@SCHULSTREIK.DAHME.SPREEWALD

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